MVP-Entwicklung: was ein MVP ist und was in die erste Version gehört
Ein MVP ist die erste funktionierende Version deiner App im App Store und bei Google Play. Sie macht eine Sache richtig gut und landet bei echten Nutzern, damit du lernst, ob jemand sie braucht und dafür zahlt. Ein Prototyp ist etwas anderes: klickbare Screens ohne Backend, mit denen du prüfst, ob die Idee verstanden wird. Meist kommt zuerst der Prototyp, und das MVP baut auf den Entscheidungen auf, die du dabei triffst.
Kurze Antwort: Ein MVP ist die erste Version deiner App in den Stores, mit der du den Markt testest. Bei uns entsteht es in 8-12 Wochen und kostet ab 14.000 EUR netto, die meisten Projekte liegen bei 14.000-45.000 EUR. Es beginnt mit 1-2 Wochen Prototyp und Plan. Was du im Vertrag als MVP festhältst, bestimmt Budget, Termin und das, was du aus dieser Version lernst.
Was ist ein MVP?
Kurz gesagt: MVP steht für Minimum Viable Product, auf Deutsch etwa "minimal funktionsfähiges Produkt". Gemeint ist die erste Version einer App, die zu echten Menschen kommt und eine Sache so gut macht, dass du messen kannst, ob jemand sie braucht.
Beide Wörter zählen. "Minimum", weil du nur baust, ohne das die App keinen Sinn ergibt. "Viable", weil diese Version wirklich funktionieren muss: mit Nutzerkonten, echten Daten und Veröffentlichung im App Store und bei Google Play. Bekannt wurde der Begriff durch das Buch "The Lean Startup" von 2011 und seine Schleife: bauen, messen, lernen.
Ein MVP ist also kein Klickdummy und keine Demo, sondern ein Produkt, das Leute herunterladen und benutzen. Ob sie wiederkommen, genau das soll das MVP zeigen.
MVP, Prototyp oder PoC: was ist der Unterschied?
Kurz gesagt: Der Prototyp prüft die Idee auf Screens, der PoC prüft die Technik, das MVP prüft den Markt. Die drei werden oft in einen Topf geworfen, dabei beantwortet jedes eine andere Frage und kostet anders.
Vom Prototyp bleiben Entscheidungen und Design. Vom MVP bleibt Code, auf dem du weiterbaust. Deshalb ist ein MVP auch kein Wegwerf-Produkt: Wenn es funktioniert, ist es der Anfang deiner App.
Prototyp oder MVP: womit fängst du an?
Kurz gesagt: fast immer mit dem Prototyp. Einen Screen im Prototyp zu ändern, ist eine kurze Aufgabe für einen Designer. Denselben Screen in einer fertigen App zu ändern, heißt neuer Code, ein angepasstes Backend und neue Tests.
- Fang mit dem Prototyp an, wenn du eine Idee hast, aber nicht sicher bist, wie die wichtigsten Screens aussehen sollen, wenn du das Produkt Mitgründern oder Investoren zeigen willst, oder wenn es mehrere Richtungen gibt und du eine wählen musst.
- Geh direkt ins MVP, wenn die Screens schon durchdacht sind, zum Beispiel mit einem KI-Prototyp aus Lovable oder einem Figma-Design, und die wichtigste Frage lautet: Wird das jemand benutzen?
- Mach einen PoC, wenn die ganze Idee auf einer technischen Annahme steht, die noch niemand geprüft hat.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Für Prenta, eine App für Aufgabenlisten im Haushalt, haben wir vier Prototyp-Runden gemacht. Wir haben 195 Screens durchgeklickt, und die 10 besten kamen in die App. Hätten wir jede dieser Richtungen programmiert, wäre das Budget in der dritten Runde aufgebraucht gewesen.

Wie erstellst du einen App-Prototyp?
Kurz gesagt: ohne Entwickler. Du brauchst ein klar beschriebenes Problem und ein paar Gespräche mit Leuten, die es haben.
- Beschreib das Problem in einem Satz. Wer hat es, wann, und was kostet es ihn? Wenn das nicht in einen Satz passt, wird auch der Prototyp nicht klar.
- Wähl einen Kernablauf. Zum Beispiel: Fang eintragen und auf der Karte sehen. Alles andere legst du vorerst zur Seite.
- Zeichne 3-5 wichtige Screens. Auf Papier, in Figma oder mit einem KI-Tool. Mit Tools wie Lovable baust du heute eine klickbare Version ohne Entwickler.
- Lass ihn durchklicken. Von ein paar Leuten aus deiner Zielgruppe, auf ihren eigenen Handys. Erklär nichts, schau nur, wo sie hängen bleiben.
- Verbessern und wiederholen. Aus der zweiten und dritten Runde lernst du meist mehr als aus der ersten.
In den Gesprächen verkaufst du die Idee nicht, du hörst zu. Frag nach dem, was die Leute schon getan haben, nicht nach dem, was sie für die Zukunft versprechen:
- Was ist das Schwierigste an [deinem Problem]?
- Wann hattest du zuletzt damit zu tun, und wie lief das?
- Was hast du schon versucht, um es zu lösen?
- Was fehlt dir an den Lösungen, die du heute nutzt?
Hörst du eine allgemeine Antwort, frag "warum?", bis du bei einem konkreten Grund ankommst. Das spart Wochen, in denen du sonst Funktionen baust, um die niemand gebeten hat. Du hast schon einen Prototyp aus Lovable, Bolt oder Replit? Dann lies Lovable App in den App Store, oder sieh dir an, wie wir vom KI-Prototyp in den Store gehen.
Was gehört in die erste Version einer MVP App?
Kurz gesagt: eine Sache, aber richtig gemacht. Der häufigste Fehler ist ein MVP, das ein komplettes Produkt sein will, nur schlechter. Der zweite ist ein MVP, das so klein ist, dass man damit nichts prüfen kann.
Bevor du Funktionen aufschreibst, benenne deine riskanteste Annahme. Zum Beispiel: "Angler tragen ihre Fänge in eine App ein statt in ein Heft." Genau das soll das MVP prüfen, so günstig wie möglich.
Bei uns sieht die erste Version meist so aus:
- Eine App für iOS und Android in Flutter, mit einem Kernablauf.
- Login mit E-Mail, Apple und Google.
- Ein schlankes Backend auf deinem eigenen Cloud-Konto.
- Ein Admin-Panel für Nutzer und Inhalte, mit dem du auch in Claude oder ChatGPT sprechen kannst (MCP).
- Push-Benachrichtigungen, Analytics und Absturzberichte.
- Veröffentlichung im App Store und bei Google Play.
Zahlungen und Abos, Nutzerrollen, Anbindungen an CRM oder ERP und weitere Sprachen kommen, wenn das MVP zeigt, dass es sich lohnt. Oft gleich im nächsten Meilenstein, aber nicht in der ersten Version.
Analytics ist kein Extra. Ohne sie beantwortet das MVP die Frage nicht, für die es gebaut wurde. Leg vor dem Bau fest, woran du erkennst, dass es funktioniert: wie viele Nutzer nach einer Woche wiederkommen, wie viele den Kernablauf abschließen, wie viele nach einer Bezahlversion fragen.
Wie läuft die MVP-Entwicklung ab, und wie lange dauert sie?
Kurz gesagt: Ein kleineres MVP ist bei uns in etwa 8 Wochen in beiden Stores, ein größeres in bis zu 12 Wochen. So sieht der Weg vom ersten Gespräch bis in die Stores aus:
Jede Woche bekommst du eine neue Version auf dein Handy. Du wartest nicht zwei Monate, um zu sehen, was entsteht. Bei einem größeren MVP kommen nach dem Hauptablauf zum Beispiel Zahlungen oder Abos dazu, dann QA, Barrierefreiheit und der Store-Eintrag.
Warum Tempo zählt
Jeder Monat Bauen ohne Nutzer ist ein Monat Raten. Ein schnelles MVP heißt nicht schlampig, sondern: früher echte Daten und weniger Geld ausgegeben, bevor klar ist, ob die Idee zündet.
Das Tempo hängt auch an Dingen, die nichts mit Code zu tun haben. Ein Firmenkonto bei Google Play braucht eine D-U-N-S-Nummer, und Google sagt, dass es bis zu 30 Tage dauern kann, sie zu bekommen. Auch Apple verlangt sie von Firmen. Neue private Konten bei Google Play müssen außerdem einen geschlossenen Test machen: mindestens 12 Tester, mindestens 14 Tage am Stück. Kümmere dich darum in der ersten Woche, nicht in der letzten.
Womit haben bekannte Apps angefangen? MVP-Beispiele
Kurz gesagt: mit sehr wenig. Airbnb startete 2007 mit Luftmatratzen im Wohnzimmer der Gründer. Sie vermieteten sie an Besucher einer Konferenz in San Francisco, als die Hotels in der Stadt voll waren. Das reichte, um zu prüfen, ob Leute bereit sind, bei Fremden zu übernachten.
Zwei Beispiele aus unseren Projekten:
- FishPRO. Die App für Angler startete als schnelles MVP, um den Markt zu testen. Nach 2 Monaten war sie in den Stores. Erst in Version 2.0 wurde jede Funktion auf eine neue Architektur umgebaut und das Design erneuert. Heute hat sie 4,5 Sterne im App Store bei 34 Bewertungen.
- Museo. Bevor die App für Besucher richtig startete, haben wir als MVP die Ambassador-App veröffentlicht. Darin fotografieren Museumsmitarbeiter Kunstwerke, und die KI erzeugt Texte und Erzählung dazu. Erst haben wir den ganzen Ablauf geprüft, dann sind wir in die Breite gegangen.
In beiden Fällen war das MVP keine Testversion zum Wegwerfen, sondern der erste Schritt eines Produkts, das weiter wächst.
Was muss im Vertrag stehen, wenn du ein MVP entwickeln lässt?
Kurz gesagt: wer den Code nutzen darf, wo er liegt und wem die Store-Konten gehören. Hier fangen die meisten Probleme an, und die meisten MVP-Ratgeber lassen das Thema aus. Software ist in Deutschland urheberrechtlich geschützt (§ 69a UrhG). Bei angestellten Entwicklern bekommt der Arbeitgeber die Rechte automatisch (§ 69b UrhG), bei einer Agentur oder einem Freelancer nicht. Dort zählt nur, was im Vertrag steht.
- Nutzungsrechte ausdrücklich regeln. Das Urheberrecht selbst kann nicht übertragen werden, du bekommst Nutzungsrechte. Und nur so weit, wie der Vertrag sie nennt oder der Zweck es verlangt (§ 31 Abs. 5 UrhG). Lass deshalb ausschließliche, zeitlich und räumlich unbeschränkte Rechte festhalten, inklusive Bearbeitung, Vertrieb über die App-Stores und Weitergabe an ein anderes Team.
- Quellcode. Ein Repository auf deinem Konto, oder Übergabe bei jeder Meilenstein-Abnahme, nicht nur die fertige App-Datei.
- Store-Konten auf deine Firma. Konten im App Store und bei Google Play legst du auf deine Firma an, das Team bekommt Zugriff. Eine App später zwischen Konten zu verschieben, geht, kostet aber Arbeit und ist bei jedem Teamwechsel ein Risiko.
- Meilensteine und Abnahme. Ein Festpreis pro Meilenstein, klare Abnahmekriterien und ein Punkt, an dem du aufhören kannst. Beim MVP funktionieren mehrere kleine Meilensteine besser als ein großer Betrag am Ende.
- Garantie. Wie lange und was sie umfasst. Bei uns sind es 6 Monate auf jede App, die wir bauen.
Das ist keine Rechtsberatung. Lass den Vertrag bei einem größeren Projekt von einem Anwalt prüfen, der IT-Verträge kennt. Welche zehn Fragen du jedem Team vor der Unterschrift stellst, steht in der Checkliste App programmieren lassen.
Gibt es Förderung für die MVP-Entwicklung?
Kurz gesagt: manchmal, aber nicht für jeden. Gründungen aus Hochschulen und Forschung können zum Beispiel das EXIST-Gründerstipendium nutzen, dazu kommen Programme der Länder und ihrer Förderbanken. Einen Überblick gibt die Förderdatenbank des Bundes. Bedingungen, Fristen und Beträge ändern sich, deshalb nennen wir sie hier nicht.
Wenn du auf Förderung setzt, prüf vor dem Vertrag mit einem Team zwei Dinge im jeweiligen Programm: ab wann Kosten förderfähig sind und welche Nachweise die Abrechnung verlangt. Viele Programme fördern nur Kosten, die nach der Bewilligung entstehen. Und Förderung sollte nicht dein einziger Plan sein: Fristen verschieben sich, der Markt wartet nicht.
Was kostet ein MVP bei Codigee?
Kurz gesagt: ab 14.000 EUR netto, meist 14.000-45.000 EUR, in 8-12 Wochen. Prototyp und Plan ist dabei inklusive.
- Prototyp und Plan: 4.500 EUR netto. 1-2 Wochen. Wichtigste Screens klickbar, fixierter Umfang und ein Festpreis für jeden Meilenstein. Wird zu 100% auf den Bau angerechnet, du zahlst also nie doppelt.
- MVP / App-Launch: ab 14.000 EUR netto. 8-12 Wochen. App für iOS und Android in Flutter, Backend, Admin-Panel mit MCP, Veröffentlichung in beiden Stores und 6 Monate Garantie.
Code und Store-Konten gehören dir ab dem ersten Tag. Wir starten meist etwa 2 Wochen nach der Unterschrift. Wovon der Preis einer größeren App abhängt, zeigt unser Artikel Was kostet eine App?, alle Preise stehen auf der Seite Preise.
Wie wir mit Startups vom Prototyp bis zum Launch arbeiten, steht auf der Seite Für Startups. Du hast schon Designs oder einen Prototyp? Dann starte von deinem Prototyp. Du hast erst eine Idee und ein paar Skizzen? Dann schau dir den Weg von der Idee zur App im Store an.
Häufige Fragen
01Was ist ein MVP, einfach erklärt?
Die erste funktionierende Version einer App, die eine wichtige Sache macht und bei echten Nutzern im App Store und bei Google Play landet. Sie zeigt, ob Leute sie benutzen und dafür zahlen, bevor du das Budget für das ganze Produkt ausgibst.
02Was ist der Unterschied zwischen Prototyp und MVP?
Ein Prototyp sind klickbare Screens ohne echtes Backend und ohne echte Daten. Er prüft, ob die Idee verstanden wird. Ein MVP ist eine funktionierende App in den Stores, mit Konten und Daten. Es prüft, ob die Idee einen Markt hat. Vom Prototyp bleibt das Design, vom MVP der Code.
03Wie lange dauert die MVP-Entwicklung?
Bei uns 8-12 Wochen, Prototyp und Plan am Anfang inklusive. Kleinere MVPs sind in etwa 8 Wochen fertig. Plane auch Zeit für die Entwicklerkonten ein: Eine D-U-N-S-Nummer für deine Firma kann bis zu 30 Tage dauern, und ein neues privates Google-Play-Konto braucht einen Test mit 12 Testern über 14 Tage.
04Was kostet ein MVP?
Bei Codigee ab 14.000 EUR netto, die meisten MVPs liegen bei 14.000-45.000 EUR. Prototyp und Plan ist inklusive, einzeln kostet er 4.500 EUR netto und wird voll auf den Bau angerechnet.
05Ist ein MVP eine App mit schlechterer Qualität?
Sollte es nicht sein. Ein MVP hat weniger Funktionen, keinen schlechteren Code. Wenn die erste Version ankommt, baust du darauf weiter, also muss sie sauber geschrieben sein, mit Tests und Absturzberichten.
06Wem gehört der Code des MVP?
Das regelt der Vertrag. Bei einer Agentur oder einem Freelancer bekommst du nur die Nutzungsrechte, die der Vertrag nennt, deshalb sollten sie ausschließlich und unbeschränkt sein. Bei uns gehören Code und Store-Konten dem Kunden.
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